AB-Workshop

14. Abfallberater:innen-Workshop

Vom 20. bis 23. April 2026 lud die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle erneut zum jährlichen Abfallberater:innen-Workshop – diesmal nach Wien.

Rund 120 Abfallberater:innen aus ganz Österreich folgten der Einladung, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit auszutauschen.

Wie bereits in den Vorjahren wurde der Workshop an zwei aufeinanderfolgenden Terminen durchgeführt, um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Als Veranstaltungsort diente das Lindner Hotel Wien Am Belvedere, das mit seiner schönen Lage und guten Erreichbarkeit ideale Rahmenbedingungen bot.

Den Auftakt bildeten an beiden Terminen spannende Betriebsbesichtigungen: Die erste Gruppe besuchte die Müllverbrennungsanlage (MVA) Pfaffenau sowie den Mistplatz der MA 48 in Wien Simmering. Die Teilnehmer:innen erhielten dabei einen umfassenden Einblick in die thermische Abfallverwertung und die Abläufe am Mistplatz. Die moderne Anlage zählt zu den bedeutendsten Einrichtungen der Wiener Abfallwirtschaft und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Energiegewinnung aus Abfällen. Bis zu 250.000 Tonnen Rest- und Sperrmüll kann sie jährlich thermisch behandeln.

Die Anlieferung der Abfälle erfolgt durch Sammelfahrzeuge von Montag bis Freitag. Dank des großzügig dimensionierten Bunkers reichen diese angelieferten Mengen aus, um auch den durchgehenden Betrieb am Wochenende sicherzustellen. Eine Vorsortierung der Abfälle findet dabei nicht statt. Der angelieferte Sperrmüll wird in einem separaten, abgetrennten Bunkerbereich gelagert und bei Bedarf geschreddert, bevor er dem Restmüll beigemischt wird. Der Bunker und die Aufgabetrichter der Öfen werden thermisch überwacht. Wird eine erhöhte Temperatur detektiert, löst die automatische Löschanlage aus und löscht punktgenau.

Der eigentliche Verbrennungsprozess erfolgt bei Temperaturen von bis zu 1.000 °C im Rostfeuerofen. Nach etwa einer Stunde sind sämtliche organischen Bestandteile vollständig verbrannt. Durch diesen Prozess wird das ursprüngliche Volumen erheblich reduziert: Aus 10 Kubikmetern Abfall entstehen lediglich 1 Kubikmeter Schlacke und Asche. Die weitere Aufbereitung der Verbrennungsrückstände findet an einem anderen Standort statt. Dort werden die enthaltenen Metalle in der Schlackennachbehandlung entnommen und recycelt. Die verbleibende Schlacke und Asche wird anschließend mit Beton vermischt und auf der Deponie Rautenweg sicher abgelagert.

Besonders hervorzuheben ist die hochmoderne Rauchgasreinigungsanlage der MVA Pfaffenau – die fortschrittlichste in ganz Wien. Alle gesetzlichen Grenzwerte werden deutlich unterschritten. Zudem wird die entstehende Abwärme effizient genutzt: Sie speist sowohl das Wiener Fernwärmenetz, darüber hinaus wird Strom erzeugt.

Die zweite Exkursionsgruppe besichtigte den MA 48 Standort „Rinter“ in der Donaustadt, inklusive Mistplatz und der zentralen Problemstoffsammlung. Hier stand insbesondere der Umgang mit gefährlichen Abfällen und Problemstoffen im Fokus. Die Teilnehmenden konnten sich ein Bild davon machen, wie diese Stoffe fachgerecht gesammelt, gelagert und für die weitere Behandlung vorbereitet werden.

Am Mistplatz Rinter fallen jährlich zwischen 170.000 und 180.000 Tonnen Abfälle aller Art an. Altbatterien werden von Mitarbeitenden nach Chemismus vorsortiert, die Pole abgeklebt und fachgerecht entsorgt. Elektrokleingeräte werden in Sammelcontainern entsorgt, während Großgeräte vom Personal in separate Container sortiert werden. In der zentralen Problemstoffsammlung der MA48 werden die Problemstoffe aller Wiener Mistplätze zusammengefasst, auf Fehlwürfe kontrolliert und für die Entsorgung vorbereitet. Besonders bei Smartphones, Tablets und Notebooks werden aus Sicherheitsgründen die Akkus entfernt und in die speziellen Lithium-Fässer gegeben. Die restlichen Altgeräte werden dem regulären Recycling zugeführt, um wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten. Der Prozess zeigt, wie durch sorgfältige Sortierung und Vorbehandlung die Umweltbelastung minimiert und die Wiederverwertung gefördert wird.

Im Anschluss an die beiden Führungen begaben sich die Workshop-Teilnehmer:innen zurück ins Hotel, wo der Abend traditionell mit einem gemeinsamen Begrüßungscocktail eröffnet wurde. In angenehmer Atmosphäre bot sich die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Beim anschließenden Abendessen konnten bestehende Kontakte vertieft und neue geknüpft werden.

Der zweite Workshoptag begann mit einer offiziellen Begrüßung und einem Überblick über die Tätigkeiten der EAK. Besonders für neue Abfallberater:innen bot dies eine wertvolle Einführung in die Aufgabenbereiche und Zielsetzungen der Koordinierungsstelle.

Im weiteren Verlauf wurden die aktuellen Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit 2026 vorgestellt. Ein Fokus lag dabei auf der Kampagne „Her mit Leer II“, die nach einer Pause ab April 2026 für drei Jahre fortgesetzt wird und insbesondere auf den sicheren Umgang mit Lithium-Batterien und Akkus aufmerksam macht, um Brände zu verhindern. Ergänzend dazu wurden die Ergebnisse der aktuellen repräsentativen Wissensumfrage der EAK präsentiert, die den Kenntnisstand der österreichischen Bevölkerung rund um die fachgerechte Entsorgung von Elektroaltgeräten und Batterien beleuchtet.

Am Nachmittag standen technische Themen im Mittelpunkt des Workshops: So wurde unter anderem die neue Sammelkategorie für Batterien leichter Verkehrsmittel vorgestellt sowie Aspekte der korrekten Sammlung von Elektroaltgeräten mit und ohne Lithium-Batterien diskutiert. Die anschließenden Fragerunden gaben die Möglichkeit die Themenbereiche tiefer zu diskutieren und sich fachlich auszutauschen.

Der AB-Workshop ermöglichte erneut eine gelungene Mischung aus praxisnahen Einblicken, fachlichem Austausch und aktuellen Informationen aus der Öffentlichkeitsarbeit. Die rege Beteiligung und die zahlreichen Diskussionsbeiträge unterstrichen die Bedeutung dieser Veranstaltung als wichtige Plattform für Vernetzung und Wissenstransfer innerhalb der österreichischen Abfallwirtschaft.

Zum Abschluss bedankte sich das Team der EAK bei allen Teilnehmer:innen für ihr Engagement sowie bei der MA 48 für die spannenden Einblicke im Rahmen der Betriebsbesichtigungen. Der Workshop der EAK zeigte einmal mehr, wie wertvoll der persönliche Austausch und die enge Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Bewusstseinsbildung im Bereich der Elektroaltgeräte- und Altbatteriensammlung sind.

 

Downloads zum Thema

14. Abfallberater:innen Workshop - Begleitmaterial

Deutsch

Programm mit Besichtigung der MVA Pfaffenau (358 kB / pdf)
Programm mit Besichtigung des MA 48-Standortes "Rinter" (359 kB / pdf)
Präsentation - Fortsetzung der Informationskampagne zur richtigen Entsorgung von Lithium-Akkus und Batterien | "Her mit Leer II" - Dominik Weißbacher (2,6 MB / pdf)
Präsentation - Überblick über die Öffentlichkeitsarbeit 2026 - Elisabeth Giehser (5,1 MB / pdf)
Wissensumfrage der EAK 2026 | Wissen und Einstellung zur Entsorgung von Elektroaltgeräten/Batterien (9,5 MB / pdf)
Präsentation - Batterien für leichte Verkehrsmittel und Gerätebatterien - Michael Merstallinger (2,9 MB / pdf)
Präsentation - Elektroaltgeräte mit nicht entnehmbaren Batterien/Akkus - Ferdinand Gudenus (2,6 MB / pdf)

Weiterführende Links

Impressionen

Kontakt

Im Bild: Elisabeth Vokoun (Prokuristin/Finanzen & Controlling bei der EAK), Dominik Weißbacher (Agentur Since Today), Elisabeth Giehser (Geschäftsführerin der EAK) Marta Pranger (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der EAK), Ferdinand Gudenus (Stoffstrommanagement bei der EAK) / (c) EAK Austria

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